Michelle erlebte zwei Wunder

13. Oktober 2011

Marlies Fischer

Seit zwei Monaten ist Michelle stolze Erstklässlerin. „Sie geht so gern in die Schule“, erzählt ihre Mutter. „Michelle hat Spaß am Lernen und sitzt neben ihrer besten Freundin Alicia.“ Und die hilft der Sechsjährigen auch mal, wenn der Reißverschluss der Federtasche klemmt oder der Schulalltag nicht ganz glatt läuft. Denn Michelle fehtl die rechte Hand, und sie trägt Beinprothesen.

Dass die Kleine überhaupt zur Schule geht und heute so ein fröhliches, aufgewecktes Kind ist, ist ein großes Wunder. Denn am 7. Dezember 2006 schien es, als habe ihre letzte Stunde geschlagen. Am Nikolaustag fieberte das Kind, bekam Schüttelfrost. Am folgenden Nachmittag musste der Kinderarzt eine niederschmetternde Diagnose übermitteln: Michelle war an Meningokokken-Meningitis erkrankt. Aus heiterem Himmel. Ein Notarztwagen brachte die Kleine auf die Intensivstation des UKE. Schonend erklärten die Ärzte Michelles Mutter, dass diese Krankheit in der Regel tödlich verlaufe – binnen sechs Stunden.

„Was dann noch alles gesagt wurde, bekam ich nicht mehr mit“, erinnert sich die Mutter. „Ich konnte das alles nicht begreifen.“ Nach eineinhalb Wochen wurde die Kleine aus dem Koma erweckt. Zwar mussten beide Unterbeine und die rechte Hand amputiert werden, aber geistig und seelisch war alles intakt.

Das zweite Wunder vollbrachten die Abendblatt-Leser. Nach einem Bericht über Michelles Schicksal am 24. Februar 2007 halfen Hunderte der kleinen Hamburgerin. Großzügige Spenden trugen dazu bei, Michelles Leben auf neue, feste Gleise zu stellen. Heute ist die Kleine ein fröhliches, wissbegieriges Schulkind. Und Michelle ist große Schwester: Auf die ein Jahr alte Lilly hat sie immer ein waches und liebevolles Auge. Gleichwohl wird Michelle noch lange Hilfe brauchen – auch Ihre.

Eine Reaktion zu “Michelle erlebte zwei Wunder”

  1. Top lawnmoweram 4. Februar 2012 um 05:11 Uhr

    Good blogging!

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